Ratgeber · Podcasts

Video-Podcast starten: Setup, Spotify und Schnitt für den Anfang.

Ein Podcast muss nicht nur auf die Ohren gehen. Auf YouTube und Spotify können Zuschauer euch beim Reden zusehen. Aus den Aufnahmen werden außerdem Clips für TikTok und Reels. Hier steht, was du für den Start wirklich brauchst, wie Spotify und YouTube Video-Folgen zeigen und wie aus einer Aufnahme eine fertige Folge wird.

Kurz gesagt

Für den Anfang reichen ein Mikrofon pro Person, eine Kamera und ein ruhiger, heller Raum. Nimm Ton und Bild getrennt auf, damit der Schnitt sauber wird. Die ganze Folge lädst du im Querformat bei YouTube und Spotify hoch. Für TikTok, Reels und Shorts schneidest du kurze Clips im Hochformat. Plane vor dem Start drei Folgen, damit du regelmäßig erscheinst.

Video oder nur Audio?

Ein Video-Podcast macht mehr Arbeit als ein reiner Audio-Podcast. Du brauchst Kamera und Licht, und der Schnitt dauert länger. Dafür bekommst du drei Dinge, die Audio allein nicht bietet:

  • Du wirst auf YouTube gefunden. YouTube ist eine Suchmaschine. Eine Video-Folge kann dort auch Leute erreichen, die noch nie einen Podcast gehört haben.
  • Du bekommst Material für Clips. Kurze Ausschnitte mit Gesicht laufen auf TikTok, Reels und Shorts meist besser als ein Standbild mit Tonspur.
  • Man sieht, wer spricht. Mimik, Reaktionen und Gesten machen ein Gespräch lebendiger. Das schafft Nähe.

Ein reiner Audio-Podcast bleibt trotzdem sinnvoll, wenn du unterwegs aufnimmst, wenn deine Gäste nicht vor die Kamera wollen oder wenn dir für Video die Zeit fehlt. Du kannst auch mit Audio anfangen und später Video ergänzen.

Lohnt sich ein Video-Podcast? Das hängt an deinem Ziel. Willst du neue Leute erreichen, spricht viel für Video, denn ohne Bild gibt es kaum Clips. Willst du vor allem eine treue Hörerschaft gut versorgen, kann Audio reichen.

Das Setup: was du wirklich brauchst

Du brauchst kein Studio. Wichtig ist die Reihenfolge: Erst muss der Ton stimmen, dann das Licht, dann die Kamera. Schlechten Ton verzeiht kaum jemand. Ein etwas weiches Bild schon.

Mikrofone

  • Ein Mikrofon pro Person. Jede Stimme auf einer eigenen Spur. Dann lässt sich jede Stimme einzeln regeln, auch wenn ihr euch ins Wort fallt.
  • Nah am Mund, etwa eine Handbreit entfernt. Dynamische Mikrofone nehmen weniger Raumhall auf als Kondensatormikrofone und verzeihen mehr.
  • Kopfhörer für alle, damit kein Echo entsteht.
  • Nie nur den Ton der Kamera nutzen. Das Kameramikrofon ist zu weit weg und fängt den Raum ein.

Kameras

  • Eine Kamera reicht für den Anfang. Stell sie so, dass alle im Bild sind.
  • Zwei oder mehr Kameras machen die Folge lebendiger: eine pro Person, oder eine weite und eine nahe. Erst dann kann der Schnitt auf die Person wechseln, die gerade spricht.
  • Ein aktuelles Smartphone liefert oft ein besseres Bild als eine einfache Webcam. Wichtig sind eine feste Halterung, genug Speicher und ein Netzteil.
  • Gleiche Einstellungen auf allen Kameras: gleiche Auflösung, gleiche Bildrate. Das spart später Ärger im Schnitt.

Licht und Hintergrund

  • Licht von vorn, leicht seitlich. Ein Fenster vor dir ist ein guter Anfang. Ein Fenster hinter dir macht dich zur Silhouette.
  • Weiches Licht wirkt freundlicher als eine nackte Lampe. Eine große Leuchte mit Diffusor reicht oft.
  • Ein Hintergrund mit Tiefe: ein Regal, eine Pflanze, eine Lampe. Eine leere weiße Wand wirkt kühl.
  • Ordnung im Bild. Was dort steht, sehen Zuschauer in jeder Folge.

Ton im Raum

Hall lässt sich im Schnitt kaum entfernen. Teppich, Vorhänge, ein Sofa oder volle Regale schlucken Schall. Ein kleiner, möblierter Raum klingt fast immer besser als ein großer, leerer.

Aufnahme vor Ort oder aus der Ferne

Sitzt ihr nicht im selben Raum, nehmt mit einer Plattform für Fernaufnahmen auf, die jede Person getrennt speichert. Dann hat jede Stimme eine eigene Spur, und jedes Bild liegt in guter Qualität vor. Eine einzige gemeinsame Aufzeichnung geht auch, ist aber im Schnitt weniger flexibel. Prüfe vorher in den Einstellungen deiner Plattform, ob sie getrennte Dateien speichert.

Video-Podcast bei Spotify und YouTube

Die ganze Folge zeigst du meist im Querformat auf YouTube und Spotify. Kurze Ausschnitte laufen im Hochformat auf TikTok, Reels und Shorts.

WofürFormatHinweis
Ganze Folge (YouTube, Spotify)Querformat 16:9, z. B. 1920 × 1080Kapitel mit Zeitmarken helfen beim Springen
Clips (TikTok, Reels, Shorts)Hochformat 9:16, z. B. 1080 × 1920Untertitel im Bild, Sprecher mittig
Audio (übrige Podcast-Apps)Audiodatei aus derselben FolgeLautstärke gleichmäßig

Gängige Formate, Stand Oktober 2026. Genaue Vorgaben der Plattformen vor dem Hochladen in deren Hilfe prüfen.

Spotify

Spotify zeigt Video-Folgen direkt in der App. Wer zuhört, kann jederzeit zwischen Bild und reinem Ton wechseln. Hochladen kannst du über Spotifys eigenes Portal für Podcaster. Manche Podcast-Hoster können Video-Folgen auch an Spotify weitergeben. Frag bei deinem Hoster nach, bevor du alles umstellst.

YouTube

Auf YouTube lädst du die Folge als normales Video hoch. Sammle die Folgen in einer Playlist und markiere sie als Podcast. Ein gutes Vorschaubild und ein klarer Titel entscheiden auf YouTube viel. Titel wie „Folge 12“ sagen niemandem etwas. Besser ist das Thema der Folge.

Apple Podcasts und andere Apps

Andere Podcast-Apps zeigen Video teils gar nicht oder nur eingeschränkt. Gib ihnen deshalb immer auch eine saubere Audiodatei. Dann erreicht deine Folge alle, egal wo sie hören.

Der Ablauf einer Folge

  • 1. Planen. Thema, Gast, drei bis fünf Fragen. Notiere dir, worauf die Folge hinauslaufen soll.
  • 2. Technik prüfen. Kurz testen: Ton auf jeder Spur, Bild auf jeder Kamera, genug Speicher, Akkus voll.
  • 3. Aufnehmen. Am Anfang einmal in die Hände klatschen. So lassen sich Ton und Bild später genau übereinanderlegen.
  • 4. Starke Momente notieren. Schreib dir die Uhrzeit auf, wenn etwas besonders gut war. Das hilft bei Kapiteln und Clips.
  • 5. Sichern. Alle Dateien sofort an einen zweiten Ort kopieren, bevor die Speicherkarte gelöscht wird.
  • 6. Schneiden. Längen raus, Ton angleichen, Bild auf die sprechende Person, Intro und Outro.
  • 7. Veröffentlichen. Video bei YouTube und Spotify, Audio bei deinem Hoster, mit Titel, Beschreibung und Kapiteln.
  • 8. Clips posten. Drei bis zehn kurze Ausschnitte über die Woche verteilt, jeder mit Hinweis auf die ganze Folge.

Schnitt: was eine Video-Folge braucht

Bei einem Video-Podcast schneidest du Ton und Bild zugleich. Jede Kürzung muss in beidem sauber sein. Mit mehreren Kameras kommt dazu, dass das Bild zur richtigen Zeit wechselt. Als grobe Faustregel braucht ein sorgfältiger Schnitt zwei bis vier Stunden Arbeit pro Stunde Gespräch, mit mehreren Kameras mehr.

Das musst du nicht alles selbst machen. Was zum Schnitt gehört, was er kostet und worauf du beim Anbieter achten solltest, steht im Ratgeber Podcast schneiden lassen. Was die ganze Produktion kostet, steht unter Was kostet Podcast-Produktion?

Clips: wie neue Zuschauer dich finden

Die ganze Folge schauen vor allem Leute, die dich schon kennen. Neue Zuschauer finden dich eher über kurze Clips. Ein guter Clip steht für sich: eine klare Aussage, eine Geschichte oder eine Pointe, verständlich ohne Vorwissen. Er braucht einen kurzen Obertitel in den ersten Sekunden und Untertitel, denn viele schauen ohne Ton.

Aus einer Folge von 60 Minuten entstehen als Faustwert meist 5 bis 10 gute Clips. Wie du sie findest und schneidest, steht im Ratgeber Podcast-Clips für TikTok und Reels.

Jetzt starten, nicht im Januar

Viele nehmen sich einen Podcast für das neue Jahr vor. Wer im Januar die erste Folge veröffentlichen will, sollte im November und Dezember aufnehmen. Dann hast du zum Start schon zwei oder drei Folgen fertig und kannst regelmäßig erscheinen. Regelmäßigkeit ist am Anfang wichtiger als Perfektion. Lieber jede Woche eine gute Folge als einmal im Monat eine perfekte.

So macht es Virentio

Du nimmst auf, wir machen den Rest. Wir schneiden deine Video-Podcast-Folge fertig für YouTube und Spotify: Längen, Versprecher und Pausen raus, bei mehreren Kameras ist im Bild, wer spricht, dazu bis zu zwei Korrekturen. Eine Folge kostet 94,01 € (nach 6 Monaten: 177,31 € je Folge), mit 5 Clips für TikTok, Reels und Shorts 117,81 € (nach 6 Monaten: 236,81 € je Folge). Podcast Monat mit 4 Folgen und 20 Clips kostet im Monat 415,31 € (ab Monat 7: 821,10 € / Monat). Das sind Gründerpreise, 6 Monate garantiert ab deinem Start. Vorschaubilder für YouTube gibt es als Zusatz, ein Thumbnail mit 2 Varianten für 22,61 €. Zum Testen gibt es den Podcast-Pilot: 1 Folge und 3 Clips für 34,51 €, angerechnet, wenn du danach ein Paket buchst. Alle Preise inkl. 19 % MwSt.

Häufige Fragen

Fragen zum Thema

Wie starte ich einen Video-Podcast?

Leg Thema und Rhythmus fest, besorg ein Mikrofon pro Person und eine Kamera und such dir einen ruhigen, hellen Raum. Nimm vor dem Start zwei oder drei Folgen auf. Dann lädst du die ganze Folge bei YouTube und Spotify hoch und postest kurze Clips auf TikTok, Reels und Shorts.

Lohnt sich ein Video-Podcast?

Wenn du neue Leute erreichen willst, meistens ja. Mit Video wirst du auf YouTube gefunden und hast Material für Clips. Es macht aber mehr Arbeit als Audio. Fehlt dir die Zeit, fang mit Audio an oder gib den Schnitt ab.

Welche Kamera brauche ich für einen Video-Podcast?

Für den Anfang reicht ein aktuelles Smartphone oder eine gute Webcam auf einer festen Halterung. Wichtiger als die Kamera sind Licht und Ton. Mit zwei Kameras kann der Schnitt auf die Person wechseln, die gerade spricht.

Wie lade ich einen Video-Podcast bei Spotify hoch?

Über Spotifys eigenes Portal für Podcaster oder über einen Podcast-Hoster, der Video an Spotify weitergibt. Lade die Folge im Querformat hoch. Die genauen Vorgaben stehen in der Spotify-Hilfe. Prüfe sie vor dem ersten Upload.

Welches Format braucht ein Video-Podcast?

Für die ganze Folge Querformat 16:9, zum Beispiel 1920 × 1080. Für Clips auf TikTok, Reels und Shorts Hochformat 9:16. Für alle übrigen Podcast-Apps zusätzlich eine Audiodatei.

Wie lang sollte ein Video-Podcast sein?

So lang, wie das Gespräch trägt. Eine feste Regel gibt es nicht. Wichtiger als die Länge ist, dass keine Längen drin sind. Ein guter Schnitt macht eine Folge oft kürzer und besser.

Braucht ein Video-Podcast ein Intro oder einen Trailer?

Ein kurzes Intro von wenigen Sekunden hilft beim Wiedererkennen. Lang sollte es nicht sein, sonst springen Zuschauer weiter. Ein Trailer von ein bis zwei Minuten lohnt sich vor dem Start. Er erklärt, worum es geht, und lässt sich gut als Clip posten.

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